Grundsatzpapier

Stand: Februar 2021

Ernährung

Wir streben eine ökologisch und sozial nachhaltige Ernährung an, nach den Grundsätzen:
Regional, saisonal, unverpackt, fair-trade, bio oder aus Verwertungskreisläufen entzogen (z.B. durch Foodsharing oder Containern)
Gemeinsame Mahlzeiten sehen wir als verbindendes Element und versuchen dafür täglich zusammen zu kommen und uns Zeit zu nehmen. Wenn für alle gekocht wird geschieht dies grundsätzlich vegan, alles weitere wird gekennzeichnet.

Kindererziehung

Wir sehen Kinder als vollwertige, bzw. gleichberechtigte Mitglieder, deren Meinung auch (insbesondere) bei sie selbst betreffenden Entscheidungen berücksichtigt wird. Durch eine art Kinderplenum sollen sie eigene Entscheidungen treffen und durch Deligierte bei grundsätzlichen Entscheidungsprozessen mitwirken können. Sobald sich ein Kind dazu in der Lage fühlt und den Wunsch danach hat, darf ganz regulär an den Entscheidungsprozessen mitgewirkt werden. Analog zu allen anderen Personen übernehmen Kinder im Rahmen ihrer Möglichkeiten auch Aufgaben und tragen Verantwortung. Die Kindererziehung wird als Gemeinschaftsaufgabe gewürdigt. Neben den Eltern sind auch andere Erwachsene als Bezugspersonen gewünscht.

Drogen

Wir erwarten Nüchternheit als Normalzustand, wollen aber einen kritischen und verantwortungsvollen Umgang mit Rauschmitteln, wie z.B. Alkohol nicht tabuisieren.

Politisches Verständnis

Wir verstehen uns als Gemeinschaft, die einen möglichst nachhaltigen sowie herrschafts- und diskriminierungsfreien Lebesstil anstrebt. Dies bedeutet für uns, sich gegen die Ausbeutung von Mensch, Tier und Umwelt einzusetzen, kontinuierlich Herrschaftsstrukturen zu hinterfragen und dekonstruieren sowie sämtliche Formen der Diskriminierung aufzudecken und zu verhindern. Um diesen Zielen näher zu kommen setzen wir uns kritisch mit politischen und ökologischen Themen auseinander und hinterfragen dabei stets unser eigenes Verhalten um es anzupassen. Neben diesen implizit politischen Handlungen, die unseren Alltag prägen, wollen wir jeodoch auch aktiv in die Gesellschaft wirken. Die Kommune sehen wir dabei als Ort des Experimentierens für eine neue Lebens- und Gesellschaftsgestaltung an.

Tierhaltung

Wir wollen uns kritisch mit den Systemen hinter der Tierhaltung auseinandersetzen. Das System von Züchtung und einseitigen Abhängigkeits- und Ausbeutungsverhältnissen zwischen Menschen und Tieren wollen wir nicht unterstützen. Das Mitbringen von Tieren, welche bereits vorher in “Besitz” waren, ist grundsätzlich möglich. Über für die Aufnahme eines neuen Haus- oder Nutztieres in die Gemeinschaft, entscheidet die Gemeinschaft nach einer kritischen Auseinandersetzung mit unserem Umgang mit und Einfluss auf das Tier, sowie dem Einfluss des Tieres auf die Gemeinschaft und das Ökosystem. Dabei wollen wir keine Tiere an- oder gar abschaffen, sondern wenn dann mit ihnen in respektvollem Umgang gemeinschaftlich zusammenleben (z.B. gnadenhofähnliche Verhältnisse für Tieren, die ein Zuhause brauchen bieten).

Gemeinsame Ökonomie

Wir wollen eine gemeinsame Ökonomie leben. Und das heißt für uns: Allen gehört alles gemeinsam. Zu dieser Entscheidung sind wir gekommen, weil uns bewusst ist, dass in dieser Welt, in der wir leben, vieles “zufällig” durch Geburt verteilt ist. Dazu gehört die Tatsache, in welches Land – arm oder reich – wir geboren werden, ob unsere Eltern wohlhabend sind, welche Bildungsmöglichkeiten wir haben, aber auch, welche Hautfarbe wir haben, wie gesund wir sind und welche Fähigkeiten wir mitbekommen haben.

Das alles wirkt sich auf unser Einkommen, unseren Wohlstand und damit viele unserer Lebensbedingungen aus. Da wir Gleichberechtigung anstreben, wollen wir die individuelle finanzielle Situation durch die gemeinsame Ökonomie von diesen zufälligen Startbedingungen entkoppeln. 

Mehr zu unserer Vorstellung einer gemeinsamen Ökonomie.